Der Umbau

Zunächst wurde einmal der Bestand analysiert. Wie schon beschrieben, war as Meiste dessen was sich hinter der Feuerwand befand nicht mehr zu gebrauchen. Zusammen mit meinem damaligen Mechaniker, Norbert Lahme, beschloss ich den Wagen erst einmal komplett zu demontieren und das nackte Chassis mit der verbliebenen Karosserie nach Italien zu Bachelli & Villa bei Modena zu schicken. Es war noch die Zeit vor dem Euro, also konnte man damals zu sagenhaften Lire-Preisen sehr viel Arbeiten erledigen lassen.

Bachelli hatte zudem Zugang zu allen Plänen und Maßen bei Ferrari und wer dort seinerzeit einen Ferrari restaurieren liess, der konnte sicher sein, dass es genauso gut sein würde wie ab Werk.

Während die Vorstellungen zur Karosserie schnell definiert waren, war die Frage des Motors schon eine ganz andere. Gebrauchte bzw. neue 328er Motoren finden sich nicht jeden Tag, vor allem in den frühen 90er Jahren wo das Internet noch gänzlich unbekannt war. Doch nach ein paar Anfragen in der Ferrari Gemeinde wurden wir letztendlich in Belgien fündig. Dort lag ein gebrauchter Motor mit ca. 34.000 km aus einem Unfallfahrzeug bei einem Händler. Ohne den Motor jemals zu Gesicht bekommen zu haben, wurde er gekauft. Denn im Kern ging es uns ja „nur“ um den Block, den Köpfen und dem Getriebe. Die „Innereien“ wie Kolben, Laufbuchsen, Nockenwellen, Ventile und auch die K-Jetronic etc. würden im Rahmen des angedachten Tunings eh neu angefertigt bzw ersetzt werden müssen. Zwar würde dieses Auto am Ende kein „matching numbers“ Auto werden, aber auch das spielte in den Zeiten einfach keine grosse Rolle.